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Kochen wie bei den Römern


„Was ist denn bitte ‚Gustum de praecoquiis‘ und wozu, um Gottes Willen, verwendet man ‚passum‘?“ Solche oder ähnliche Fragen standen in unsere Gesichter geschrieben, als Frau Neumann uns in einer Lateinstunde eine Hand voll antiker Rezepte präsentierte, von denen wir die auswählen sollten, die uns am schmackhaftesten erschienen; gar keine leichte Aufgabe, wenn man keine Ahnung hat, wie Honig und Aprikosen mit Pfeffer und Minze zusammen schmecken sollten. Ganz zu schweigen davon, dass man selbst im Kaufland nur Schulterzucken erntet, wenn man beispielsweise nach „Liquamen“ fragt.
Doch wozu das alles? Ganz einfach, am 18. März 2015 fand für uns, die Schüler des 12er Lateinkurses, Unterricht einer etwas anderen Art statt. Nach der 2. Stunde rückten wir zusammen mit Frau Neumann in die Zeulenrodaer Berufsschule ein und wurden dort bereits von Herrn Schaller erwartet, der uns als Koch des Hauses in den nächsten beiden Stunden begleiten sollte. Nachdem wir die weißen Koch-T-Shirts übergeworfen und eine Desinfektion der Hände hinter uns gebracht hatten, konnte es eigentlich auch schon losgehen. „Kochen wie bei den Römern“ unter diesem Motto entstand binnen kürzester Zeit ein „3-Gänge-Menü“, welches in dieser Art und Weise wohl auch schon in der Antike verspeist worden ist:
Die Vorspeise bildete eine Käsecreme („Moretum“) mit ordentlich Knoblauch (an dieser Stelle entschuldigen wir uns bei allen, die danach noch mit uns Unterricht hatten). Dazu wurde Brot serviert. Als Hauptgang folgte ein Birnenauflauf („Patina de piris“), der mit einem Überzug aus Ei verfeinert war. Schließlich wurde als Dessert „Gustum de praecoquiis“ aufgetischt, eine Kreation aus Pfirsichen, welche auf kleiner Flamme gegart worden waren. Dann hieß es, „Bene sit tibi!“ (= Guten Appetit) und wir konnten von allem kosten, was wir da gezaubert hatten. Auf die „Triclinia“, die Speisesofas der Römer, mussten wir dabei aber leider verzichten… ;) Aber uns kam es ja auch mehr auf das Essen an.

„Also aus heutiger Sicht fehlt da noch was!“, so lautete das Resümee von Herrn Schaller, der auch nicht alle Tage nach römischem Vorbild kocht. Wie er konnten auch wir einen interessanten Einblick in die Essgewohnheiten der Römer erlangen und waren teils froh, dass derartige Speisen heute nicht mehr tagtäglich auf dem Speiseplan stehen, teils hätte man jedoch auch den einen oder anderen Nachschlag vertragen können. Wie auch immer, um einige Erfahrungen sind wir nun in jedem Fall reicher. So wissen wir jetzt beispielsweise, dass „passum“ eine sehr süße Weinpräparation ist und es sich bei „Liquamen“ um eine Gewürzsoße handelt, mit der die Römer anstatt mit Salz ihre Speisen würzten. An diesen Zutaten fehlte es uns allerdings genauso wie an Sklaven, die für uns das Aufwaschen und Aufräumen übernahmen. Nachdem wir dies nun also selbst erledigt hatten, war unsere kulinarische Zeitreise auch schon wieder vorbei und es ging zurück in den Schulalltag des 21. Jahrhunderts.

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